1890
Melodia

DER GESANGSVEREIN “MELODIA”


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„Rein im Lied, treu im Wort,
fest in Eintracht immerfort!“

Dies war das Motto des Gesangsvereins ‚Melodia’, der in Pr. Rosengart beheimatet war.
Zu der Geschichte des Vereins zitiere ich Lothar Penner aus Thiergartsfelde:

„Schlichte Bauern traten am 14. Februar 1874 zu einem Gesangsverein, der ‚Melodia’, zusammen, um auch auf dem Lande für das deutsche Lied zu wirken.
Damals ein Wagnis, als nur einen Chaussee dieser Niederungswinkel durchquerte, Fahrräder und Autos unbekannte Begriffe waren, Dorfsäle meist fehlten, Notenbücher und Klavier erst allmählich zur Anschaffung kamen und bei dürftigem Petroleumlicht gesungen werden musste. Aber die Sänger waren Idealisten und ihr Dirigent, der junge Lehrer Bautze, der dann 37 Jahre den Taktstock schwang, und die Vorsitzenden Hermann Funk Sohn (50 Jahre Mitglied, davon 37 Jahre Vorsitzender) leiteten umsichtig das Vereinsschiffchen durch Sturm und Wogendrang, durch zwei Weltkriege und die Inflation.

Funks Nachfolger und letzter Vorsitzender, der Deichhauptmann Hermann Froese-Klakendorf, wurde 1945 Opfer eines Bombenangriffs auf Bad Oldesloe. Der letzte Dirigent, Lehrer Otto Reuter-Stalle, legte den Taktstock unter dem Zwange eines unerbitterlichen Geschicks 1945 nach über 30jähriger Tätigkeit aus der Hand.
1924 fand die ‚Melodia’ in dem Gasthaus zu Pr. Rosengart endgültig ihr Heim und wurde durch den Wirt Gustav Lucht verständnisvoll betreut.

Saal und Bühne ermöglichten größere Aufführungen (Operette, Singspiel, Konzert), die oft bei vollbesetzten Sälen in Rückforth und Altfelde wiederholt wurden. Aktive und passive Mitglieder wetteiferten bei der künstlerischen Ausgestaltung dieser Feste, bei denen in den letzten Jahrzehnten die als Regisseure tätigen Sangesbrüder Illmann und Uthke reichen Lohn in dem glänzenden Gelingen der Aufführungen fanden.

So sang die ‚Melodia’ bei freudigen und traurigen Ereignissen, in Kirchen, Sälen, an Gräbern; man wanderte und sang, sei es in den Heimatdörfern, sei es in Kahlberg, in Cadinen, in der Dörbecker Schweiz, in Vogelsang, Alt-Döllstädt, Canthen, Rehhof, Rachelshof, Tannenberg, Tiegenhof/Platenhof, Osterode.
Sie bewies ihre Tatbereitschaft, Kameradschaft und Nächstenliebe. Bei Wohltätigkeitsveranstaltungen versagte sie sich nie, sei es, ob unglücklichen Menschen geholfen, ob Kirchglocken oder Orgeln beschafft, ob Veteranen geehrt, ob Kirchen geweiht, ob Geld für den Bismarckfonds gesammelt werden sollte.

Bei großen Sängertreffen (Elbing, Marienburg, Christburg, Graudenz, Thorn, Danzig, Königsberg, Tilsit, Hannover, Wien, zuletzt noch 1937 in Breslau) war sie mindestens mit Abordnungen vertreten.
Ihr anerkannt großes Können schuf ihr Ansehen weit über die Grenzen des Werderlandes. Sogar eine deutsch-amerikanische Zeitung (vom 2.4. 1924) brachte in ihren Spalten ‚Volkstum in der alten Heimat’ anlässlich des 50jährigen Jubiläums der ‚Medodia’ ein Lebensbild von ihr.“

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Das ehemalige ‘Melodiaheim’ im Jahre 1972. Das Gebäude existiert heute nicht mehr.

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Die Melodia singt bei der Hochzeit von Willy und Lucie Illmann (geb. Schwonke) in Groß Peterwitz, 1927

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Zu dem in Pr. Rosengart 1874 gegründeten Männergesangverein wurde um 1936 der “Gemischte Chor” in Thiergart ins Leben gerufen.

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