1890
Mennonitische Gemeinde in Pr. Rosengart
mennoniten_route

Stätten mennonitischer Geschichte in der heutigen Gemeinde Gronowo

Zur Geschichte der mennonitischen Gemeinde in Pr. Rosengart


Es ist mir leider nicht möglich, hier eine komplette Darstellung zur geschichtlichen Entwicklung der Mennoniten in Westpreußen vom Spätmittelalter bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zu geben - dies würde bei weitem den Rahmen sprengen. Daher nur ein kleiner Überblick.

In der Reformationszeit und den damit verbundenen Wirren und Verfolgungen wanderten viele Täufer/Mennoniten im 4. Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts im Marienburger Werder ein. Wie später die Hugenotten von Friedrich II. nach Preußen gerufen wurden, wurden damals auch die Mennoniten von einem Herrscher gerufen: dem polnischen König Sigismund II. August (Zygmunt II. August). Das Land gehörte damals zur polnischen Krone und wurde ‘Königliches Preußen’ genannt.

Diese Siedler machten das Land urbar (v.a. über Entwässerungen, Kanal- und Deichbau) und beschäftigten sich mit Viehzucht und Ackerbau. 

1772 kam das ‘Königliche Preußen’ aufgrund der Ersten Polnischen Teilung unter preußische Herrschaft und wurde zu Westpreußen.

1776 lebten in Preußisch Rosengart 23 mennonitische Familien; im Jahre 1936 waren es nur noch 17 Familien mit ca. 60 Personen (siehe Geschichte). Im alltäglichen Leben spielte es übrigens keine Rolle, ob man der katholischen, reformierten oder der mennonitischen Kirche angehörte. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus hatte dies scheinbar keine negativen Auswirkungen.

In Preußisch Rosengart gehörten die grossen Bauernhöfe fast ausnahmslos mennonitischen Familien - wohl bedingt durch die geschichtliche Entwicklung innerhalb der Region.

Die mennonitische Gemeinschaft in Preußisch Rosengart gehörte zur Gemeinde Thiensdorf-Pr.Rosengart; Kirchen befanden sich in Markushof (heute: Markusy) und Thiensdorf (heute: Jezioro). Eine Mitgliederliste (von 1935) ist unter Adressbuch nachzulesen.

Zur Gemeinde gehörende Friedhöfe lagen in Schwansdorf, Thiensdorf und Pr. Rosengart.

Am Palmsonntag (25. März) 1888 wurde das Marienburger Werder nach starkem Hochwasser der Nogat und vergeblichen Versuchen, die Deiche zu sichern, überflutet.
Dabei wurde auch die mennonitische Kirche in Markushof schwer beschädigt. Es wurde daraufhin um Geldspenden für einen Neubau geworben; ein Pastor Hinrich van der Smissen aus Hamburg half dabei, Spenden zu sammeln. Das meiste Geld kam dann von mennonitischen Glaubensbrüdern und -schwestern in den Niederlanden.

Da Markushof nahe an Thiensdorf lag/liegt, wurde die neue Kirche dann 1890 nicht in Markushof, sondern in Preußisch Rosengart errichtet - ungewöhnlicherweise mit einem (ansonsten bei Mennoniten unüblichen) Glockenturm.

1916-1918 wurden in Rosengart schließlich noch zwei Stätten (das Tannen- und das Lindenhaus) für heimatlose und bedürftige Menschen eingerichtet (siehe dazu Dorf II).

Eine persönliche Schilderung des Lebens der Mennoniten in Pr. Rosengart können Sie auf der folgenden Seite lesen: Mennoniten II.

Literatur: Penner, Horst: Die ost- und westpreußischen Mennoniten, Band I und II


Hier gelangen Sie zu dem sogenannten “Mennonitischen Adressbuch” von 1935: Adressbuch

Nach oben

Home

 

BuiltWithNOF
[INTRO] [Pr. Rosengart] [INHALT] [Geschichte] [Fotos] [Melodia] [Menschen] [Pläne] [Der Friedhof] [Erinnerungen] [Nach 1945] [Presse] [Ahnenforschung] [Rozgart heute] [Tourismus] [Links] [Kontakt] [Gästebuch] [Wersja Polska] [Special Interest] [Thörichthof]